WM News

27.08.2018

Bei Marcus Groß erscheint nachmittags die Dopingkontrolle zu Hause. „In Portugal wurde ich nicht kontrolliert, dann eben hier, ist doch egal.” Die Riesenlast des letzten Jahres falle jetzt von ihm ab. Die nächsten vier Wochen haben seine Frau und das neue  Kind zu bestimmen. Die Zeit zu Hause werde er mit Verwandten nutzen, um ihr Holzhaus mit neuer Farbe zu streichen, „und natürlich gehen wir paddeln”. Im Oktober ist dann wieder Trainingslager angesagt. Die nächste Herausforderung sind die Eurogames 2019 und im nächsten August die WM im ungarischen Szeged, „da geht es um die Quotenplätze für Tokio”.

27.08.2018

Nachmittags fliegt Jacob nach Berlin zurück, freut sich auf die Familie. Schon am nächsten Tag will er mit zwei besten Freunden für einige Tage nach Budapest, um als Zuschauer bei einem Red-Bull-Kanu-Event dabei zu sein. Es folgen sechs Wochen Grundausbildung in Hannover als Sportsoldat bei der Bundeswehr. Danach beginnt das Lehramtsstudium. Und dann kommt schon wieder das Trainingslager. Das Jahr ist schon wieder verplant.

26.08.2018

Direkt nach der Siegerehrung am 25.8. hat Jacob mit den Kameraden ein „bisschen gefeiert”. Die offizielle Party der Nationalmannschaft stieg am Sonntagabend. Es gab viel zu feiern: Die deutsche Nationalmannschaft führt im Medaillenspiegel mit 7 Mal Gold, 4 Mal Silber und 2 Mal Bronze.

25.08.2018

Nach der Siegerehrung und den letzten Rennen waren Marcus und Max gegen 20.00 Uhr ins Hotel gefahren. „In einer Tapas-Bar haben wir mit unseren Trainern und den Australiern, die den 4. Platz gemacht haben, etwas gegessen und auf die Weltmeisterschaft angestoßen. Ich mag die Australier sehr.” Die Nacht wurde sehr kurz. Um 03.30 Uhr nimmt Marcus den Shuttle zum Flughafen. Er will so schnell wie möglich wieder in Berlin sein: Seine Frau könnte jeden Tag das zweite Kind der jungen Familie Groß zur Welt bringen.

Siegerehrung K4 Men 1000 m

Race - K4 Men 1000 m

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25.08.2018

Gold auch für Jacob! Das Rennen der Vierer-Kajaks über 1.000 Meter war ungewöhnlich, vor allem, weil es keinen Vorlauf gab. Beim ersten Mal ging es gleich um's Ganze. Jacob Schopf auf Position 2 im deutschen Boot hatte versprochen alles zu bieten, was er könne.
Vom Start weg lag das deutsche Boot vorn. „Absolutely flying” staunte der Kommentator der Übertragung. Das sei eben das jüngste Boot auf dem Wasser, zwei gerade erst 19 Jahre alt, einer davon Jacob Schopf. Und den Vorsprung gab der Vierer nicht wieder her, siegte souverän vor den Slowaken und Spaniern. – Beim Siegesjubel ging Jacob das Paddel verloren. Macht nichts, schließlich hat er Gold gewonnen. Gratulation!

Siegerehrung K2 Men 1000m

Race - K2 Men 1000 m

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24.08.2018

Während Siegerehrungen sah man ab und zu den deutsche Vierer-Kajak im Hintergrund auf der Strecke. „Dadurch, dass wir keinen Vorlauf hatten, mussten wir ja irgendwie die Spannung halten, also sind wir Belastung gefahren”, berichtet Jacob Schopf vom Tag vor seinem Finale, das um 13.26 Uhr gestartet wird. „Sehr entspannt, werde um 8 Uhr aufstehen und es langsam angehen lassen.” Auch der Vierer wird auf Bahn 4 starten, wie Marcus heute.  Die Konkurrenz sei hochprofessionell. Im spanischen Boot werden auch die Silber-Gewinner aus dem Zweier-Kajak von heute sitzen. „Wir sind mit Abstand das jüngste Boot”, sagt Jacob. „Klar, wir wollen auch eine Medaille. Am wichtigsten ist aber, dass ich mit mir selbst vollkommen zufrieden bin, wenn ich sagen kann, dass ich alles geliefert habe, was ich bieten kann.”  Bitte Daumen drücken!

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24.08.2018

Nach 1.000 Metern in drei Minuten, 15 Sekunden und 797 Hundertsteln schob sich die Bugspitze des 2er Kajaks von Marcus Groß und Max Hoff über die Ziellinie. Schon drei Sekunden nach dem Start lagen Marcus und Max an der Spitze des Feldes. Dann holte bis 500 Meter das dänische Boot auf, aber schon nach 600 Metern übernahmen Marcus und Max wieder die Führung und lagen beim Finish eine halbe Bootslänge vor den Spaniern, gefolgt vom Boot aus Serbien. Als Marcus und Max aus dem Boot kletterten, umarmten sie sich und dankten sich gegenseitig für die Leistung. Dank auch an die Daumendrücker!
Das Gold-Rennen kann man sich auf https://www.facebook.com/Marcus.und.Jacob noch einmal ansehen.

24.08.2018

Vor dem Finale im Zweier-Kajak über 1.000 Meter heute um 16.44 Uhr deutscher Zeit kalkulierte Marcus Gross am Vormittag die Chancen auf einen Sieg: „Größter Gegner sind die Serben, sind auch die Olympia-Zweiten und Weltmeister 2017. Und dann noch Australien, Spanien, Slowakei. Irgendwie können die alle paddeln.” Ob bei Marcus Groß und Max Hoff noch etwas Luft nach oben sei? „Ja, ein bisschen mehr geht noch”, meint Marcus und wünscht sich wieder den mentalen Rückenwind der Daumendrücker.

23.08.2018

Voller Einsatz wird deutlich auf dem Foto von Ute Freise. Nach dem Rennen schrieb Marcus. „Die anderen wollten auch gewinnen und direkt weiter kommen. Aber gut so.”

23.08.2018

Das Vorlauf-Rennen noch einmal sehen auf https://youtu.be/YhuVXaR6Kcc von 10’20“ bis 17’35“

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23.08.2018

Gratulation!
Bestes Ergebnis aller Verläufe! Marcus Groß und Max Hoff direkt für das Finale qualifiziert.
Das Daumendrücken hat geholfen.

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22.08.2018

Wassertemperatur 25 Grad, Luft 24 Grad. Entspannung am Hotelpool in Figueira da Foz für Marcus am Abend vor dem Vorlauf. Jacob muss erst am Freitag antreten.

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22.08.2018

Vorbereitung auf den Vorlauf morgen im K2 über 1000 Meter um 09.51 Uhr (10.51 Uhr deutscher Zeit). Nördlich wurde entlang der Strecke ein etwa acht Meter hoher Zaun errichtet, der mit einem transparenten Stoff bespannt ist. Er soll die in Montemor berüchtigten Seitenwinde zumindest abmildern. „Wenn, dann wirkt das nur auf den Bahnen 1 bis 3”, meint Marcus Groß, „man müsste spätestens im Semifinale taktisch fahren”. Um auf die oberen Bahnen zu kommen, dürfte man nicht Erster werden. „Aber eigentlich möchte ich eine Medaille gewinnen, weil ich der Beste bin, nicht wegen taktischer Vorteile.”

22.08.2018

Mittagessen gibt es in einem großen Mannschaftszelt: Kartoffeln mit Fisch, Hähnchenkeule mit Nudeln, Salat, eine Suppe, „man findet immer was”, sagt Marcus, der meint, alle irgendwie schon mal gesehen zu haben, „einige Freunde dabei und eben auch Gegner, man grüßt sich.” – Auf YouTube gibt es  einen durchgehenden Stream unter Planet Canoe.
https://youtu.be/IO0fWQNhNyc

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22.08.2018

Von Figueira geht stündlich ein Busshuttle zum Wettkampfgelände in Montemor, Fahrzeit 30 Minuten. Gestern Abend waren auch die Boote der Deutschen Nationalmannschaft wohlbehalten eingetroffen. Am Vormittag erstes Training auf dem hinteren Teil des zwei Kilometer langen Wettkampfkanals, während auf den ersten 500 Metern die Parakanu-WM gepaddelt wird.

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21.08.2018

Um 07.00 Uhr noch einmal auf dem Wasser trainiert, 11.00 Uhr Abflug von Düsseldorf mit Zwischenstop in Frankfurt nach Porto. Von dort zwei Stunden mit dem Bus zum Hotel in Figueira da Foz, einem Badeort an der Atlantikküste, wo die Nationalmannschaft um 18.30 Uhr eintraf. „War schon mal hier”, berichtet Marcus Groß, „damals hatte ich Zimmer mit Meerblick. Dafür versprüht dieses Hotel jetzt den Charme der 80er Jahre, aber wir sind ja nur zum Schlafen hier.” Nach Flug und Bus ging Marcus erst mal Joggen, es war neblig und angenehm frisch. Zur Eröffnung der WM auf der Burg von Montemor hat es Marcus daher nicht geschafft.

20.08.2018 Reisevorbereitungen

Drei Waschmaschinen laufen rund um die Uhr. „Ja, das macht jeder selbst”, sagt Jacob Schopf, der gerade seinen Koffer packt. Morgen Mittag geht der Flieger nach Portugal, am Morgen wird es zum letzten Mal in Duisburg auf’s Wasser gehen. Am Sonntag wurden die Boote geputzt und poliert und dann auf einen Hänger aufgeladen, der heute in Richtung Portugal abgefahren ist. „Wir haben uns die Videos von der Vorbelastung angesehen, Schlagversatz kontrolliert, dann noch einen Stufentest über jeweils 250 Meter gefahren, nachdem jedes Mal die Laktate gemessen wurden”, berichtet Jacob. Jetzt heißt es, Ruhe bewahren: „Heute Abend wird Billard gespielt, wie immer.”

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18.08.2018 Rückblende

Heute vor zwei Jahren holte sich Marcus Groß zusammen mit Max Rendschmidt in Rio de Janeiro die erste Goldmedaille. Sie fuhren die 1000 Meter in der olympischen Rekordzeit von 3 Minuten, 10 Sekunden und 781 Hundertstel.

18.08.2018 Startliste veröffentlicht

Heute wurde in Montemor-o-Velho die Startliste der Rennkanu-WM veröffentlicht http://timetable.canoesprintportugal.com. Marcus tritt zuerst an am Donnerstag, 23.08. um 09.51 Uhr (Ortszeit) an. Wenn alle Daumen gedrückt sind, beginnen die Halbfinales am Freitag, 24.08 um 9.30 Uhr und im Finale sollte Marcus mit Rückenwind um 15.44 Uhr fahren. –  Jacob hat es etwas leichter: Da die Konkurrenz im 4er Kajak über 1000 Meter nicht so groß ist, gibt es am Samstag, 25.8. nur einen Lauf, der auch das Finale ist: um 13.26 Uhr.

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17.08.2018 Prognose gut

Marcus ist heute bei der Vorbelastung mit Max Hoff im 2er Kajak bei etwas Gegenwind eine gute Zeit gefahren. Nach Herausrechnen des Windwiderstandes wurden die 1.000 Meter in 3 Minuten 11 Sekunden gefahren. Das müsste für die Olympischen Spiele in Tokio ausreichen. „Und vielleicht können wir uns auch noch etwas steigern”, hofft Marcus, der nach der Vorbelastung Mittagsschlaf machte. In den nächsten Tagen wird Intensität trainiert, Ausdauer ist jetzt gegeben. Heute Abend ist Kino angesagt.

16.08.2018 Vorbelastung!

Klingt nicht schlimm, „bedeutet aber, sich richtig weh zu tun”, sagt Marcus Groß. Nach Belastungsfahrten mit kleineren Widerständen in der ersten Wochenhälfte steht für Donnerstag und Freitag Vorbelastung auf dem Trainingsplan des 2er und 4er Kajaks. Es werden harte Rennen gefahren. Danach soll in Ruhephasen die Superkompensation einsetzen: Bei beschleunigten Stoffwechselprozessen füllt der Körper seine Speicher über das Ausgangsniveau hinaus auf und lässt Muskeln wachsen.

15.08.2018 Freizeit beim Friseur

Heute hatte Jacob Schopf einen halben freien Tag. Die Folgen der Nationalmannschafts-Taufe (siehe 11.8. Die Taufe) wurden auf dem Friseurstuhl behoben. „Die beiden Friseurinnen waren sehr geschockt”, berichtet Jacob, so etwas hätten sie noch nie gesehen. Nach eineinhalb Stunden Haarebleichen und zweimaligen Färben im natürlichen Farbton sieht Jacob jetzt wieder aus wie auf den Fotos hier, die am vergangenen Freitag von Ute Freise in Duisburg geschossen wurden.

15.08.2018 Videos der WM-Teilnehmer

Duisburg Der Deutsche Kanu-Verband hat heute Videos der WM-Teilnehmer auf YouTube veröffentlicht. Zum Video von Jacob Schopf: https://youtu.be/seXpLYHpGZQ, Video mit Marcus Groß: https://youtu.be/fYPCiGMSxIM

14.08.2018 Trainingsalltag

Duisburg Um 08.00 Uhr geht es das erste Mal auf’s Wasser, um 18.00 Uhr ist die letzte Bahn gepaddelt worden. Der Morgen beginnt mit Blutabnahme. „Das kann schon eintönig sein”, sagt Marcus Groß. Zwei Tage lang wird das volle Trainingsprogramm durchgezogen, am dritten Tag nur das halbe Programm. „Wir waren auf der Pferderennbahn” berichtet Jacob Schopf, da könne man den Kopf frei bekommen von zuviel Paddeln. Es gibt noch einen Billardraum im Trainingszentrum, dann in der Nähe die „Seeterrasse”, wo man auch mal ein Bier trinken könne. - Und die Verpflegung? „Die liefert ein österreichischer Koch aus seinem Restaurant in der Nähe. Sehr gut! Als wir ankamen, bin ich sofort zu ihm hin und habe mir Kaiserschmarren bestellt”, sagt Marcus Groß.

13.08.2018 Synchronisation der Leistungsphasen

Marcus Groß startet zur WM im Zweier-Kajak  mit Partner Max Hoff aus Essen. Am Ende der ersten Trainingswoche beim Deutschen Kanuverband in Duisburg hatten die Trainer Stefan Ulm und Arnd Harnisch am Freitag sechs Sprints á 100 Meter auf das Programm des Zweiers gesetzt. „Nach dem vierten Mal waren wir alle,” berichtet Marcus. Ihnen steckte eine Woche in den Knochen, bei der sie zum Krafttraining mit Widerstand gefahren waren: Unter dem Boot werden Tennisbälle angebracht. Vom pfeilschnellen Gleiten über das Wasser kann dann keine Rede mehr sein. „Am Montag lief es aber wieder wie geschmiert”, freut sich Groß. Ziel ist  jetzt die  Synchronisation der Phasen von großer Anstrengung und Entspannung mit anschließender Leistungssteigerung mit den Startterminen in Portugal, wo die Nationalmannschaft am 21. August eintreffen wird.

11.08.2018 Die Taufe

Duisburg Am Samstag-Nachmittag mussten im Duisburger Trainingslager des Deutschen Kanuverbands die Neuaufnahmen in die Nationalmannschaft das Taufritual über sich ergehen lassen, neben drei neuen Kajak-Herren und -Damen auch Begleiter, Physiologen und Sportwissenschaftler. „Erst nach der Taufe ist man Mitglied im Team”, erklärte Marcus Groß, der aber nicht über Details reden wollte. Täufling Jacob Schopf meinte, er „habe gespürt, dass es einem nicht leicht gemacht werden soll”. Marcus Groß verriet nur soviel, dass Jacob jetzt vorn einen roten Haar-Schopf habe. Er selbst hätte nach seiner Taufe einen Schwarzen Punkt auf dem Kopf gehabt und eine schwarze Augenbraue. Betreuer, die neu ins Team kommen, könnten sich von der Taufe mit Getränken für alle freikaufen.

10.08.2018 Die wichtige Position Zwei

Duisburg Jacob Schopf wird im Vierer-Kajak über 1.000 Meter auf der wichtigen Position zwei fahren. Er gibt die Kommandos an die drei Kollegen, wann man anziehen muss und vor allem, wann der Endspurt angegangen werden soll. Überwacht wird das Training auf dem künstlichen Gewässer des Deutschen Kanuverbands in Duisburg von Sportwissenschaftlern: die Boote haben sie mit GPS ausgestattet, die aus der Vertikalen jederzeit die genaue Position darstellen können. Horizontal werden die Bootsbewegungen mit Video aufgezeichnet. Die Daten lassen Analysen der Kräfteverteilung im Boot zu, mit denen eine Strategie entwickelt wird, die Jacob auf Position Zwei in Kommandos umsetzen muss.